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autonomes Patrouillenboot

Neuheiten

Patrouillenfahrten können sehr langweilig sein, was für die Crew oft Paddeltage bedeutet, ohne dass etwas passiert. Bis es im schlimmsten Fall sofort gefährlich wird – zum Beispiel bei Kontakt mit einem feindlichen U-Boot. Ein Leben zwischen zwei Extremen, für das Rolls-Royce eine Alternative geschaffen hat: ein unbenanntes Fahrzeug, das unabhängig fährt und keine Besatzung hat.

Die klassischen Schiffsdieselmotoren sind innerhalb der Patrouille ohne Erfolg beliebt. Stattdessen werden zwei 1,5 MW Elektromotoren eingesetzt, um das 60 m lange Schiff auf 25 Knoten (46 km/h) zu beschleunigen und rund 700 Tonnen Wasser zu bewegen. Die Energieversorgung erfolgt über eine batteriebetriebene Anlage mit einer Kapazität von 3.000 kWh, die während der Fahrt durch eine Solaranlage aufgeladen wird. Dadurch kann das Schiff bis zu 100 Tage auf See bleiben. Ohne Pilot auf Kommando oder Besatzung.

Um unabhängig navigieren zu können, benötigt ein Schiff viel Technik, darunter verschiedene Radargeräte, hochauflösende Kameras, Wärmebildverfahren sowie Entfernungs- und Geschwindigkeitsmessungen mit dem Laser. Es ist noch nicht bekannt, auf welcher Kombination Rolls-Royce basiert. Aber es scheint sehr fortschrittlich zu sein. Das Unternehmen schreibt, dass das weltweit erste intelligente Bewusstseinssystem, das Sensoren und künstliche Intelligenz kombiniert, geschaffen wurde. An Bord sind auch Drohnen, die von einer Plattform für Aufklärungsflüge schwärmen können. In den nächsten zehn Jahren plant Rolls-Royce die Einführung mittelgroßer unbemannter Plattformen, insbesondere für maritime Marktführer, mit der Entwicklung des Konzepts der gemischten Flotten mit und ohne Besatzung“, sagt Benjamin Thorp, Marine Electrical Manager bei Rolls-Royce.

Autonomes Schiff könnte 2027 in See stechen

Das Patrouillenboot ist nicht das einzige Projekt, an dem Rolls-Royce an autonomen Schiffen beteiligt ist. Außerdem arbeitet das Unternehmen mit dem finnischen Forschungszentrum VTT an der gemeinsamen Entwicklung von ferngesteuerten Schiffen. Das erste Low-Power-Containerschiff soll bis 2020 einsatzbereit sein. Das erste unbemannte und ferngesteuerte Schiff könnte 2025 folgen, aber es wird nur in Küstennähe sein. Schließlich werden ab 2035 autonome Schiffe in den Ozeanen vorhanden sein.