Kreuzfahrtansturm auf Santorin: 17.000 Besucher an einem Tag lösen Notmaßnahmen aus

Massentourismus: Ferieninsel Santorini an der Belastungsgrenze, Video Screenshot, tags: 17.000 einem - youtube

Santorin, das Juwel des griechischen Mittelmeers, steht unter dem Druck des Massentourismus.

Nachdem an einem einzigen Tag 17.000 Kreuzfahrtpassagiere angekommen waren, griff der Stadtrat zu einer drastischen Maßnahme. Der lokale Beamte Panos Kavallaris veröffentlichte eine Notfallmeldung auf seiner Facebook-Seite.

Die Meldung lautet: „Notfallankündigung. Ein weiterer schwieriger Tag für unsere Stadt und unsere Insel mit der Ankunft von 17.000 Besuchern von Kreuzfahrtschiffen! Wir bitten um eure Aufmerksamkeit, und so weit es geht, reduzieren wir unsere Bewegungen!“

Kreuzfahrten überschwemmen Santorin weit über die Kapazitätsgrenze

Die Insel, die rund 15.000 Einwohner zählt, hat sich in jüngster Zeit zu einem wichtigen Kreuzfahrtziel entwickelt. Allein 2024 liefen 500 Kreuzfahrtschiffe das Gebiet an, wie das serbische Wirtschafts- und Investmentportal eKapija bereits 2018 berichtete.

Dieser Ansturm belastet die Infrastruktur der Insel massiv und stört den Alltag der Bewohner. Die Gemeinden kämpfen mit Überfüllung und wachsendem Druck auf lokale Ressourcen.

Ähnliche Probleme zeigen sich auch in anderen Urlaubsregionen Griechenlands und im gesamten Mittelmeerraum.

Als Reaktion darauf gehen Länder wie Dänemark inzwischen die Schattenseiten des Massentourismus an. In Kopenhagen etwa werden nachhaltige Touristinnen und Touristen mit kostenlosen Leistungen belohnt.

Neue Maßnahmen sollen saisonale Touristenströme abfedern

Um den wachsenden Tourismus zu bewältigen, erhebt Griechenland seit 2025 eine Ankunftsgebühr für Kreuzfahrtpassagiere. Die Höhe richtet sich sowohl nach der Insel als auch nach der Jahreszeit.

Auf Santorin und Mykonos beträgt die Gebühr in der Hochsaison, in der Regel von Juni bis September, 20 € pro Person. Auf anderen Inseln gelten niedrigere Sätze: 5 € in den Spitzenmonaten, 3 € in der Nebensaison und 1 € in der Wintersaison.

Diese Maßnahmen sind Teil der Bemühungen, die negativen Folgen des Massentourismus abzufedern und eine nachhaltigere Entwicklung zu fördern.

Die Regierung hofft zudem, dass die Gebühren das Bewusstsein für die Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaften schärfen. Ob die Abgaben jedoch tatsächlich zu weniger Besucherinnen und Besuchern führen, ist weiterhin unklar.

Griechenland diskutiert weiterhin über Strategien für einen nachhaltigen Tourismus, ohne dabei auf komplette Kreuzfahrtverbote zurückzugreifen.